Die Zukunft des Krimis

Tatort Eifel- Das Krimi Festival

Tatort Eifel- Das Krimi Festival

Beim Krimifestival „Tatort Eifel“ nimmt die Krimibranche die Zukunft des Genres unter die Lupe.
Mit dabei: u.a. „Dexter“-Erfinder James Manos Jr. und Produzent Oliver Berben

Im Herbst zieht es wieder Autoren, Redakteure, Senderverantwortliche und Filmschaffende in die Vulkaneifel zum Krimifestival „Tatort Eifel“. Während des fünftägigen Fachprogramms (17. bis 21. September) setzt sich die Branche mit der Zukunft des Genres auseinander, beobachtet die Trends der vergangenen Jahre sowie Neuerungen, analysiert Erfolgsformate und erlebt kriminalistische Praxis.

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr: Internationale Koproduktionen. James Manos Jr., US-Starproduzent (u.a. „The Shield“, „The Sopranos“) und Erfinder der Erfolgsserie „Dexter“, kommt nach Daun und wird über die Möglichkeiten der Koproduktionen sprechen und von seiner aktuellen Arbeit erzählen (18. September, 17 Uhr). „Wir freuen uns sehr über diese prominente Besetzung zu diesem bedeutenden Thema. Während wir in der letzten Ausgabe von ,Tatort Eifel‘ deutsche Regionalkrimis unter die Lupe genommen haben, stehen in diesem Jahr internationale Koproduktionen im Zentrum“, erläutert Julia Röskau, Leiterin des Fachprogramms. „Diese erweitern die finanziellen und dramaturgischen Möglichkeiten der Produktionen und erhalten daher immer mehr Gewicht in der deutschen Fernsehlandschaft“, so Röskau weiter.

Doch auch neue deutsche Krimiformate kommen bei „Tatort Eifel“ nicht zu kurz: Am 19. September erläutert u.a. Produzent Oliver Berben anhand seiner Serie „Verbrechen“ nach Ferdinand von Schirach sowie des geplanten Nachfolgers „Schuld“, wie sich neue Formate in der deutschen Fernsehlandschaft etablieren können. Daneben analysieren, bewerten und entwickeln Teilnehmer in Workshops eingereichte Themen weiter, etwa bei dem ZDF-Workshop für die Serie „Der Staatsanwalt“ oder in der Schreibwerkstatt des Bastei Lübbe Verlages zur E-Book-Serie „Cotton Reloaded“ (beides 18. September). Auf die Suche nach der besten Drehbuch-Idee geht es bei der Krimi-Stoffbörse. Nach der Präsentation vor Fachpublikum, wird in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) der mit insgesamt 7000 € dotierte Preis DER CLOU an die Autoren der besten Konzepte vergeben.

Besondere Einblicke in die Zukunft des Krimis gibt es am 20. September bei der Veranstaltung „Case studies – neue Wege fürs Fernsehen und die digital generation“. Hier werden neue Möglichkeiten aufgezeigt, u.a. anhand eines dreiteiligen Thrillers der Firma Gesamtkunstwerk, „The Day It Rained Forever“, der als App aufs Smartphone oder Tablet geladen werden kann.

Natürlich darf auch die kriminalistische Praxis nicht fehlen: So berichtet Oberstaatsanwalt Dr. Olaf König aus Frankfurt a.M. über Vernehmungsmethoden anhand realer Fälle. Der bekannte Kriminalist Stephan Harbort, der sich insbesondere mit Serienmördern auseinandersetzt, erläutert an praktischen Beispielen, welche Tätertypen es gibt und warum sie so schwer zu überführen sind. Bei „Feuer frei“ dürfen die Filmschaffenden schließlich nicht nur unter Anleitung zur Waffe greifen, sondern erfahren auch von Experten der Polizei viel über den Umgang mit Schusswaffen und deren Wirkung.

Auch die unblutigen Verbrechen werden thematisiert: sowohl im Fach- als auch im Rahmenprogramm widmen sich Veranstaltungen dem Bereich der Wirtschaftskriminalität und beleuchten damit auch die eher „unsichtbaren Seiten“ des Verbrechens. Stefan Brannys, der Mitte der Neunziger den größten Betriebsdiebstahl der deutschen Kriminalgeschichte ausübte, berichtet aus Tätersicht (17. September) und im Rahmen des SWR2 Forums wird über das Thema Wirtschaftskriminalität in Roman und Film gesprochen (19. September).

Kinobesuche stehen ebenfalls auf dem Programm: sei es zu den Filmpremieren, wie die irisch-deutsche Koproduktion „Jack Taylor“, die dritte Episode des erfolgreichen SWR-Eifelkrimis „Der Bulle und das Landei“ und der neue „Polizeiruf 110“ aus Magdeburg oder die Präsentation der sechs besten Kurzfilme. Diese wurden im Rahmen des Kurzfilmwettbewerbes aus 31 Einsendungen von Studenten der Filmhochschule sowie Nachwuchsfilmemachern ermittelt wurden.

Filmpreis ROLAND

Auch in diesem Jahr wird der Filmpreis ROLAND wieder im Rahmen der Abschlussgala (21. September, 20 Uhr) an die Preisträger übergeben. Der Preis ist nach dem Hamburger Krimiregisseur Jürgen Roland benannt und wird für innovatives Schaffen im Bereich Krimi verliehen. In diesem Jahr geht er an den ZDF-Film „Das unsichtbare Mädchen“. Wegen „seiner herausragenden Gesamtleistung“ wurde der Film von der namhaft besetzten Jury, bestehend aus Schauspieler Dietmar Bär, Regisseur Hajo Gies, „TV-Spielfilm“-Redakteurin Martina Kalweit, Filmwissenschaftler Karl Prümm und Rheinland-Pfalz Kultursommer-Chef Jürgen Hardeck, ausgewählt. Zur Begründung sagt Jury-Mitglied Martina Kalweit: „Der wahre ,Fall Peggy‘ aus dem Jahr 2001 wird in einen fiktionalen Krimi mit politischer Dimension umgesetzt. Dominik Graf inszenierte hier mit einer starken Schauspielerbesetzung einen Fernsehkrimi jenseits aller Konventionen.“ Dabei hebt die Jury in ihrer Begründung das Zusammenspiel der Autoren Friedrich Ani und Ina Jung mit dem Ausnahmeregisseur und mehrfachen Grimme-Preisträger Dominik Graf hervor.

Das Krimifestival „Tatort Eifel“ findet alle zwei Jahre statt und wird im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz veranstaltet. Schirmherrin ist Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz.

Weitere Informationen unter: www.tatort-eifel.de

PM_Tatort Eifel_Fachprogramm

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