„WUNDER ROMs“ im Blick der Wissenschaft

Renommierte Kunsthistoriker und Archäologen diskutierten in Vorbereitung der großen Sonderausstellung im Diözesanmuseum Paderborn

Paderborn. Es ist ein Charakteristikum der großen Paderborner Ausstellungen, dass sie einem breiten Publikum seltene Schätze und ungewöhnliche Blickwinkel erschließen und parallel dazu wissenschaftliche Forschung sowie wichtige Restaurierungsprojekte vorantreiben. So trafen sich am Montag, 25. April 2016, zehn bedeutende wissenschaftliche Expert/innen mit dem Team des Diözesanmuseums Paderborn, das zurzeit die große Ausstellung „WUNDER ROMs – Die Antiken des Vatikan im Blick des Nordens“ (30.03.-13.08.2017) vorbereitet. Mit dabei war auch der Direktor der Pinacoteca Vaticana und stellvertretende Direktor der Vatikanischen Museen, Prof. Dr. Arnold Nesselrath. Er ist nicht nur ein wichtiger, wissenschaftlicher Gesprächspartner der Paderborner Ausstellungsmacher sondern auch Fürsprecher bei Leihverhandlungen mit den Museen in Rom. Zu dem gemeinsamen Austausch  eingeladen hatte Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn. Begrüßt wurden die Gäste aus Wissenschaft und Forschung durch Generalvikar Alfons Hardt, Erzbistum Paderborn.

Bei dem Zusammentreffen der Wissenschaftler in Paderborn ging es u.a. um die „Mirabilia Romae“, die Wunderwerke Roms, und ihre Rezeptionsgeschichte. Hierzu zählen vor allem die prachtvollen antiken Bauwerke und Überreste Roms, die zu allen Zeiten eine besondere Anziehungskraft auf die Menschen ausgeübt haben. Ungebrochen ist bis heute die Wirkung der teils gewaltigen Götter- und Herrscher-Statuen Roms, die den Untergang der antiken Welt überdauert haben. Schwankten frühe Christen noch zwischen Furcht und Verehrung, so wurden diese faszinierenden Werke in der Renaissance zum Inbegriff des antiken Kunstideals mit geradezu magischer Anziehungskraft auf die Künstler/innen des Nordens. Bis heute ist ihre Bildmacht für Kunstschaffende aller Gattungen Inspirationsquelle und Herausforderung zugleich.

WUNDER ROMs“, setzt im kommenden Jahr die Reihe der großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellungen im Diözesanmuseum Paderborn fort. Die große Schau versammelt u.a. hochkarätige Exponate aus der ewigen Stadt, die sich über die Jahrhunderte in der Obhut der Päpste erhalten haben und heute beispielsweise in den Museen des Vatikan und des Römischen Kapitol zu bestaunen sind. In mehreren Ausstellungsabteilungen wird erlebbar, welche Strahlkraft und Faszination die antiken Meisterwerke zu unterschiedlichen Zeiten auf Rom-Besucher jenseits der Alpen, darunter Pilger, Künstler, Herrscher und Gelehrte, ausgeübt haben.

Die Teilnehmer/innen der Tagung:

Neben Prof. Nesselrath, der auch stellvertretender Direktor der vatikanischen Museen und Professor für Mittlere und Neuere Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin ist, nahm auch Prälat Prof. em. Dr. Max Eugen Kemper am Treffen teil, der seit vielen Jahren Ratgeber der Paderborner Kuratoren ist. Als Botschaftsrat A.D. am Heiligen Stuhl, ist er ein profunder Kenner der römischen Kunstschätze und hat in zahlreichen Veröffentlichungen Themen der christlichen Kunstgeschichte beleuchtet. Zu den Spezialgebieten von Prof. Dr. Dietrich Boschung, Universität zu Köln, gehören die antike Trauer- und Begräbniskultur, das antike Porträt sowie das Nachleben der Antike. Mit Dr. Patrizia Carmassi, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, konnte eine Expertin für Handschriften, Text- und Bildforschung gewonnen werden. Anastasia Dittmann M.A., von der Universität Berlin, promoviert zum Themenbereich Antikenrezeption und frühe Fotografie. Schwerpunkte von Prof. Dr. Manfred Luchterhandt, Universität Göttingen, sind u.a. die Kunstgeschichte Italiens und des Mittelalters. Wie schon bei der Paderborner Credo-Ausstellung 2013, gehört wieder der Archäologe und Privat-Dozent Dr. Sebastian Ristow dem Beirat an. Er arbeitet im Schnittbereich von frühchristlicher und frühmittelalterlicher Archäologie. Am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU Berlin ist Timo Strauch M.A mit dem Projekt „Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance“ betraut. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Gebieten Architektur und Architekturtheorie der Renaissance in Italien sowie Antikenrezeption in der Renaissance. PD Dr. Gia Toussaint, Universität Hamburg ist Expertin für Reliquien, ihre Habilitationsschrift handelt von der „Sichtbarkeit der Reliquien im Zeitalter der Kreuzzüge“. Der Kunsthistoriker Prof. Dr. Harald Wolter-von dem Knesebeck, Universität Bonn, ist spezialisiert auf die Forschung vom Früh- bis zum Spätmittelalter. Einen Schwerpunkt bildet dabei die romanische und hochmittelalterliche Buch- und Monumentalmalerei.

Bildunterschrift: Teilnehmer/innen des wiss. Austausches von links nach rechts: Vorne: Prof. Dietrich Boschung, Generalvikar Alfons Hardt, Prof. Christoph Stiegemann (Direktor Diözesanmuseum PB), Dr. Christiane Ruhmann (Kuratorin Diözesanmuseum PB); Mitte: Dr. Gia Toussaint, Dr. Bärbel Cöpicus-Wex (Katalog-Red.), Dr. Petra Koch (Kuratorenteam Diözesanmuseum PB), Dr. Patrizia Carmassi, Anastasia Dittmann, Prof. Max Eugen Kemper; Oben: Prof. Manfred Luchterhandt, Prof. Harald Wolter-von dem Knesebeck, Prof. Arnold Nesselrath, Timo Strauch

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