Website Leichte Sprache

So leicht kann Nächstenliebe sein
Paderborner Caritas-Ausstellung bietet Website in Leichter Sprache an

Paderborn. Auf klar verständliche Weise erklärt eine eigene Website in sogenannter Leichter Sprache, was die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ (23. Juli bis 13. Dezember 2015) im Diözesanmuseum Paderborn erwartet. Unter www.leicht.caritas-ausstellung.de werden nicht nur die Inhalte der Ausstellung erläutert und besondere Exponate vorgestellt, sondern auch die Anreise und der Weg nach Paderborn sowie die Angebote für Besucher. Das Diözesanmuseum hat die Seite gemeinsam mit dem Lebenshilfe Landesverband Sachsen erstellt.

„Gerade bei dieser Ausstellung war es uns besonders wichtig, nicht nur einen Blick auf die Geschichte der Nächstenliebe zu werfen, sondern auch in der Gegenwart möglichst vielen Menschen einen für sie leichten Zugang zu dem Thema zu ermöglichen. Aus diesem Grund bieten wir erstmals Materialien in Leichter Sprache“, sagt Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums. Ergänzend zu der Website auch ein eigener Ausstellungskatalog in Leichter Sprache erstellt.

Bundesweit gibt es etwa 300.000 Menschen mit geistiger Behinderung bzw. mit Lernschwierigkeiten. Diese profitieren ebenso wie die rund 7,5 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland von Angeboten wie der Website oder dem Katalog. „Leichte Sprache wird darüber hinaus von sehr vielen Menschen bevorzugt, auch wenn sie gar nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehören.  Es ist eine Version des Deutschen, die besonders verständlich und gut zu lesen ist. Beispielsweise durch kurze Sätze, große Schrift, erklärende Bilder, den Verzicht auf Fremdworte und vieles mehr“, erläutert Anja Dworski von der Lebenshilfe. Sie und ihr Team zählen zu den wenigen Experten, die Erfahrungen mit Leichter Sprache im kulturellen, museumspädagogischen Bereich haben.

Doch einen Text in Leichter Sprache zu erstellen ist gar nicht so einfach, wie man denkt. „Beim Übertragen von Texten müssen wir rund 40 Kriterien beachten, dazu gehört auch, dass alle Texte von Menschen mit geistiger Behinderung gegengelesen und auf Verständlichkeit geprüft werden. Das sind die Prüfer und Prüferinnen für Leichte Sprache“, so Dworski weiter. Auf der Website zur Caritas-Ausstellung wird das Thema etwa wie folgt beschrieben: „Nächsten-Liebe bedeutet: Anderen Menschen zu helfen. Zum Beispiel kranke Menschen zu pflegen. Oder armen Menschen Essen zu geben. Nächsten-Liebe bedeutet, sich um andere zu kümmern.“

Die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ wird vom 23. Juli bis 13. Dezember 2015 im Diözesanmuseum Paderborn zu sehen sein. Die Schau zeigt anhand hochkarätiger Exponate darunter antike Sarkophage, mittelalterliche Buchmalerei, Gemälde und Zeichnungen namhafter Künstler wie Raffael, Lucas Cranach d. Ä, Eugène Delacoix und Pablo Picasso, aber auch Videoarbeiten von Bill Viola, wie das Thema der helfenden Anteilnahme auch die Kunst durch die Jahrhunderte inspiriert hat.

Mit „CARITAS“ setzt das Diözesanmuseum Paderborn seine erfolgreiche Reihe der kunst- und kulturhistorischen Ausstellungsprojekte fort: „Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ (1999), „Canossa“ (2006), „Franziskus“ (2011/12) sowie „CREDO“ (2013).

Weitere Informationen unter: www.caritas-ausstellung.de

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