Eröffnung 2. Juli: Rosenthal – Ein Mythos. Zwei Männer schreiben Geschichte

Am 2. Juli ist es so weit: Das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan präsentiert in drei Ausstellungen das Schaffen zweier bedeutender Unternehmerpersönlichkeiten der Porzellanbranche: Philip Rosenthal jun., der in diesem Jahr 100 geworden wäre, und sein Vater Philipp Rosenthal sen., der vor 125 Jahren mit einer eigenen Porzellanproduktion begann. Durch ihre Arbeit, ihr Geschick und ihre Intuition prägten sie maßgeblich den Erfolg der Firma Rosenthal im bayerischen Selb, als einer der international führenden Anbieter zeitgemäßer Tisch- und Wohnkultur. Zwei Männer, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht hätten sein können – der Vater, eine klassische Unternehmerpersönlichkeit, der 1891 den Grundstein für die Erfolgsgeschichte legte, und der Sohn, der als Visionär und moderner Marketingmann das Profil des Unternehmens revolutionierte. Auf den zweiten Blick weisen sie jedoch auch viele Parallelen auf: beide waren sportbegeistert, sozial engagiert und hatten einen Sinn für limitierte Kunstobjekte.

Vom 2. Juli bis 13. November 2016 dokumentiert die bislang größte Ausstellung zu Rosenthal die Geschichte der beiden Männer mit alltäglichen und herausragenden Porzellanen sowie noch nie gezeigtem Archivmaterial, darunter Skizzenbücher und Fotos, an insgesamt drei Schauplätzen in Europas größtem Spezialmuseum für Porzellan. Die Ausstellung wird am 1. Juli mit einem Festakt im Beisein des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Dr. Ludwig Spaenle (MdL), eröffnet.

Eine Ausstellung – drei Schauplätze

Rosenthal erleben: die Neugestaltung der Rosenthal-Abteilung

Hauptschauplatz ist ein ehemaliges Brennhaus von 1889 der alten Rosenthal-Fabrik mit seinem imposanten Rundofen. Anlässlich der Jubiläumsausstellung wurden 600 Quadratmeter vom Ps.Planungsstudio für Innenarchitektur und Szenografie neu inszeniert, wodurch die Geschichte des Unternehmens und die Biographien von Philipp sen. und Philip jun. auf moderne und außergewöhnliche Weise erlebbar gemacht werden.

Begonnen wird mit einem ganz besonderen Gang durch einen „Logo-Tunnel“. Diesen schmückt eine eigens gestaltete Tapete mit den verschiedenen Rosenthal-Bodenmarken der letzten 25 Jahre, die sich im Laufe der Zeit veränderten. Der Weg führt die Besucherinnen und Besucher direkt in den „Kosmos Rosenthal“ hinein, einen offenen Raum, in dem sich die vier Hauptthemen entfalten: das Leben der beiden Männer, ihre Produktinnovationen, ihre Bestrebungen Kunst zu schaffen und die Geschichte des Unternehmens.

Zwei Medienstationen gleich am Anfang der Ausstellung präsentieren mit zahlreichen, teilweise noch nie gezeigten Bildern, das Leben von Vater und Sohn in der Gegenüberstellung. Die Fülle ihrer Produktinnovationen vor dem Hintergrund der sich verändernden Tischkultur zwischen dem ausgehenden 19. und beginnenden 21. Jahrhundert illustrieren rund 200 Serviceteile auf zwei langen Tischen. Ausgewählte Kunstporzellane wollen hingegen entdeckt werden – in von den Szenografen in ungewöhnlichen Formen entworfenen Archivschränken mit beleuchteten Sichtfenstern und farblich abgestimmten Hintergründen. Gezeigt werden unter anderem die unter der Ägide von Philip jun. von namhaften Künstlern wie Henry Moore, Salvador Dali oder Günther Uecker gestalteten Kunstwerke. Eine 25 Meter lange Wandinstallation, auf der im Wechsel historische Fotos und ausgewählte Exponate sowie Textinformationen zu sehen sind,  gibt Einblicke in die wechselvolle Geschichte des Unternehmens.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Porzellanform Maria, die im Inneren des Brennofens präsentiert wird. Als 1916 Philip jun. auf die Welt kam, machte sein Vater Philipp seiner zweiten Frau Maria ein ganz besonderes Geschenk: Er benannte ein Service nach ihr. Heute ist „Maria“ aus der deutschen Tischkultur nicht mehr wegzudenken und feiert in diesem Jahr den 100. Geburtstag.

Ein weiterer gestalterischer Höhepunkt sind die 44 Fenster des Brennhauses. Farbenprächtige Dekore auf den Glasscheiben strahlen bei Sonnenschein in die Ausstellung. Dabei verwandelt sich das historische Gebäude in eine Art Industriekathedrale.

Vom Dreiklang auf dem Tisch bis zur Manufaktur des Wohnens

Das Porzellanikon in Selb thematisiert ebenso die Imageveränderung der Marke durch Philip Rosenthal jun. und führt dessen Vision vom Dreiklang auf dem gedeckten Tisch eindrücklich vor Augen. Besteck und Gläser wurden hier der Form entsprechend zum Geschirr gestaltet. Zu sehen sind beispielsweise von international renommierten Designern entworfene Erfolgsformen, darunter der Verkaufsschlager „Form 2000“ des Designbüros Raymond Loewy / Richard Latham. Mit der Einbeziehungen von Kunst und Möbeln verwirklichte Philip Rosenthal den Gedanken der Manufaktur des Wohnens. Hier konnte er Gestalter wie Cini Boeri, Burkhart Vogtherr oder Erwin Vogel gewinnen.

Hohenberg an der Eger: Kunstporzellane unter Philipp Rosenthal

Die Schau in Hohenberg an der Eger präsentiert insbesondere die faszinierenden Kunstporzellane unter der Ägide von Philipp Rosenthal sen. Als erster bayerischer Privatunternehmer etablierte er 1910 zunächst eine Kunstabteilung im Selber Betrieb, zu Beginn der 1920er Jahre eine weitere im Zweigwerk Bahnhof-Selb. Damit traf er eine strategische Entscheidung, mit der er sich von anderen Porzellanherstellern absetzen konnte.  Illustriert wird in der Ausstellung die künstlerische und technische Leistungsfähigkeit der Kunstabteilungen in der Zeit von 1908/10 bis zum Ende der 1930er Jahre. Zudem wird die  Bandbreite der Themen – von Tierdarstellungen über Tanz und Theaterfiguren bis hin zu Märchenhaftem – mit Exponaten aus dem umfassenden Bestand des Museums sowie aus dem Rosenthal-Archiv, einer Dauerleihgabe der Oberfrankenstiftung, gezeigt. Zu sehen sind etwa Porzellane des Art Déco, erste Produkte der Kunstabteilung, die 1910 auf der Weltausstellung in Brüssel ausgestellt wurden, eine nahezu lebensgroße Porzellannachbildung eines Deutschen Schäferhundes sowie eine Vielzahl bislang kaum gezeigter, seltener Figuren.

Download Pressemappe:
Pressemappe zur Eröffnung der Ausstellung

Weitere Informationen unter:
www.porzellanikon.org

Pressekontakt:
Pressebüro „Rosenthal – Ein Mythos. Zwei Männer schreiben Geschichte.“
c/o projekt2508 GmbH
presse@projekt2508.de
+49(0)228-184967-24

Bildmaterial zum Download:

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