„Porzellanwelten Leuchtenburg“ eröffnet

Direktorin Dr Kaiser zeigt einst gesunkenes Ming Porzellan_Das FremdeKostbar, rätselhaft und mystisch – so vielfältig wie Porzellan ist, so einzigartig ist die neue Inszenierung  seiner Geschichte auf der mittelalterlichen Leuchtenburg bei Jena. Mit einer Verbindung von moderner Ausstellungsarchitektur und kostbaren Exponaten schaffen die „Porzellanwelten Leuchtenburg“ einen bislang einmaligen und sinnlichen Zugang zum „weißen Gold“. Vier der insgesamt sieben Welten wurden heute von der thüringischen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht im Logierhaus der Burg eröffnet.

Gleich drei renommierte Ausstellungsbüros aus Berlin, Leipzig und Zürich (NAU, Triad, kocmoc.net) haben die historischen Räumlichkeiten der rund 800 Jahre alten Höhenburg gestaltet. Etwa 350 Exponate sind in eine moderne Ausstellungsarchitektur eingebettet und nehmen die Besucher mit auf eine lebendige Reise rund um das Porzellan: vom fremden Material aus Asien über die unermüdlichen Versuche seiner Enträtselung und die exklusive Verwendung als höfisches Luxusgut bis hin zur Fließbandware während der Industrialisierung. Parallel zur globalen Geschichte werden stets Querverbindungen zu den bedeutenden Porzellanmanufakturen in Thüringen aufgezeigt.

Bei ihrer Präsentation setzen die Porzellanwelten auf die Verbindung von sinnlicher Erzählweise und hohem wissenschaftlichen Niveau. Neben Leihgaben aus dem Schlossmuseum Arnstadt und dem Angermuseum Erfurt sind wertvolle Stücke aus der umfangreichen Sammlung der Burg zu sehen. Diese umfasst zahlreiche Altthüringer Porzellane, darunter wertvolle Stücke aus der Aeltesten  Porzellanmanufaktur Volkstedt, aus Wallendorf, dem Kloster Veilsdorf oder auch Gotha. Ebenfalls werden Objekte mit der Bodenmarke Leuchtenburg präsentiert, die von 1885 bis 1965 von Kahlaer Porzellanmalern hergestellt wurden.

Die Porzellanwelten

Die Reise beginnt in der WMing Schale zieht in die Wunderkammer einelt „Das Fremde“ und versetzt die Besucher in das Herkunftsland des Porzellans, das ferne China. Die Herausforderungen und Schwierigkeiten der Reisewege dokumentieren Karten mit interaktiven Elementen und wertvolle frühe chinesische Porzellane, wie Stücke des auf  einer Schiffsreise im Jahr 1558 versunkenen und erhaltenen Ming-Porzellans. Ebenfalls wird illustriert, wie  Porzellan zum begehrten Sammlerobjekt von Fürsten wurde und zunehmend Einzug in die höfischen Kunst- und Wunderkammern erhielt. In der zweiten Welt „Das Rätsel“ erleben die Besucher die Versuche, Irrwege und Erfolge der Forscher nach: So können sie sich in einem nachgebauten Alchemielabor an der Auswahl und Zusammenstellung der richtigen Materialien versuchen oder am Brennofen ihr technisches Geschick unter Beweis stellen. Die  Leidenschaft August des Starken für das begehrte Material ließ die erste Manufaktur in Meißen entstehen. Auch die Väter des Porzellans in Thüringen, die frühen Fabriken sowie die Bedeutung der thüringischen Porzellanrezeptur, die der asiatischen näher kam als die Meißener, werden anschaulich präsentiert.

Porzellanwelt "Das Kostbare": Tee und Tete a teteWertvolle Porzellane aus Thüringer Manufakturen schmücken die Welt „Das Kostbare“. Der Besucher wird Teil des barocken Lebens am Hof, erhält Einblick in die Bedeutung von Porzellan als Status- und Machtsymbol und erfährt, wie es die Kultur des Essens veränderte. Zu den herausragenden Exponaten zählen hier die 1770/1775 in der Aeltesten Porzellanmanufaktur Volkstedt gefertigten „Vier Elemente“, Figurenpaare, die Feuer, Wasser, Luft und Erde darstellen. Schließlich dokumentieren in „Das Alltägliche“ u. a. Spritzdekor, Spitzenfiguren, Puppen und Souvenirs, wie sich das Porzellan vom exklusiven Einzelstück im 19. Jahrhundert zu einem bezahlbaren Massenprodukt für alle Kreise der Bevölkerung wandelte. Darüber hinaus zeigen etwa Bügeleisen und Feuerzeug, wie das „weiße Gold“ seine Anwendung in der Technologie fand. Auch hier steht die Rolle des Thüringer Porzellans wieder im Fokus. Die Thüringer Manufakturen führten zum Ende des Jahrhunderts den Weltmarkt an und Thüringer Tischporzellan, Spielwaren oder Isolatoren eroberten die ganze Welt.

Eröffnungen ab Sommer 2014

Im Sommer 2014 eröffnen an der Nordseite der Burg in einem Neubau die Welten „Prolog“ sowie  Archiv der Wünsche“. Hier erwartet die Besucher dann unter anderem ein Blickfang der Superlative: die  größte Vase der Welt, die mit einer Höhe von 7,90 Meter derzeit eigens für die Porzellanwelten gefertigt wird. Bislang scheiterten alle Versuche, Porzellan in dieser monumentalen Größenordnung herzustellen. Dem Künstler Alim Pasht-Han ist es nun erstmals dank einer einzigartigen Konstruktion gelungen, dieses Vorhaben zu realisieren. Demgegenüber steht das kleinste Service der Welt – eine Maßanfertigung im Millimeterbereich, die derzeit ebenfalls exklusiv für die Leuchtenburg entsteht. Einen weiteren Höhepunkt bildet der 20 Meter lange „Steg der Wünsche“, der von der Burgmauer ins Tal hinausragt. Über der Landschaft schwebend darf der Besucher das Porzellan zerschlagen, auf
das er vorher seine Wünsche geschrieben hat. Scherben bringen ja bekanntlich Glück.

Ab Frühling 2015 bietet schließlich „Das Visionäre“ in der Porzellankirche den Abschluss der Zeitreise. Hierfür wird die alte Burgkirche komplett mit Porzellan ausgekleidet.


Die Leuchtenburg

_MG_1877_2Die Burg mit ihren historischen Mauern, Wallgräben und Wehrtürmen diente lange als Verwaltungssitz und schließlich als Zuchthaus (1724 bis 1871). Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier ein Hotel eingerichtet, bevor 1920 die erste Jugendherberge Thüringens eröffnete, die dort bis 1997 Gäste begrüßte. 2007 erwarb die Stiftung Leuchtenburg die Anlage und schreibt nun die Geschichte weiter fort.

www.porzellanwelten-leuchtenburg.de
www.leuchtenburg.de

 

Zum Download:

Pressemappe Eröffnung Leuchtenburg

Bildergalerie

Pressekontakt:
Porzellanwelten Leuchtenburg, Ilka Kunze, Tel.: 036424/713324, kunze@leuchtenburg.de
Presseservice projekt2508 GmbH, Mirjam Flender, Tel.: 0228/184967-24, presse@projekt2508.de

 

 

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