Leuchtender Vorbote der Niedersächsischen Landesausstellung

Hauslicht Foto Kerstin Schmidt (c) Landesmuseum Hannover_kleinSeit dem 15. Januar  erstrahlt das Landesmuseum Hannover in einem ganz besonderen Licht: Jeden Abend wandern farbige Lichtbänder quer über die Fassade des Museums und sollen als leuchtende Vorboten Lust auf die Niedersächsische Landesausstellung machen. Bis zum Beginn der zentralen Schau „Hannovers Herrscher auf Englands Thron 1714–1837“ am 17. Mai wird die Installation dort zu sehen sein. Mit seiner Illumination „Farbdepesche“ rückt der Künstler Daniel Hausig zugleich ein spannendes Thema der Ausstellung, die Kommunikation zur Zeit der Personalunion, ins Licht.

Vertikale Farbbänder bewegen sich in den Fenstern des markanten Neorenaissancebaus von links nach rechts und als Antwort von rechts nach links. Die Installation orientiert sich an der Kommunikation, genauer gesagt an den Eilnachrichten zwischen Hannover und Großbritannien. Die Übermittlung von Nachrichten über eine große Distanz, wie sie die Personalunion hervorrief, wurde von Daniel Hausig in eine filmartige rhythmische Farbbewegung im und am Gebäude umgesetzt. Dazu wandelte er Textmaterial aus historischen Dokumenten und alten Briefen in Farbcodes und zeitliche Intervalle um. Dominiert von Rot und Blau nehmen die Farbbalken die royalen Farben auf und stellen in immer neuen Mischungsverhältnissen die gegenseitige Beeinflussung der Königshäuser dar.

„Mit der Kunst-am-Bau-Installation werden Geschichte und Gegenwart spannend miteinander verbunden“, freut sich Annette Schwandner, Abteilungsleiterin im Ministerium für Wissenschaft und Kultur bei der Premiere am Abend. “Schließlich spiegeln sich hier Facetten und Aspekte der größten und umfangreichsten Niedersächsischen Landesausstellung in zeitgenössischen Kunstformen an einem traditionsreichen Ort wider.“ Die Direktorin des Landesmuseums, Katja Lembke, ergänzt: „Die ‚Farbdepesche‘ ist aktuelle Kunst und leuchtender Vorbote zugleich. Sie rückt das Landesmuseum auch nachts in den Fokus und macht auf besondere Weise Lust auf die Landesausstellung, die sich bewusst an ein breites Publikum richtet.“

Für das Projekt „Hauslicht 2014“ hatte das Museum unter der künstlerischen Leitung von Christine Biehler in einem beschränkt ausgelobten Wettbewerb zehn ausgewählte deutsche und britische Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Diese sollten sich mit der Architektur des Hauses und dem Thema der Niedersächsischen Landesausstellung im Einsatz von künstlichem Licht auseinandersetzen. Inhaltlich sollten sich die Beiträge auf das Thema der Ausstellung beziehen und der komplexen Thematik auf hohem künstlerischen Niveau gerecht werden. Die Jury bildeten neben Katja Lembke die Künstlerin Christine Biehler als Kuratorin von „Hauslicht“, der Gründer des Lichtkunstmuseums in Celle, Robert Simon, die bekannte Lichtkunstkuratorin Bettina Pelz sowie der stellvertretende Direktor und Hauptkurator des Museums Weserburg in Bremen, Peter Friese.

Zum Künstler
Daniel Hausig wurde 1959 in Kreuzlingen geboren. Er studierte an der Schule für Gestalten in Bern (CH) und an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seit 1999 hat er eine Professur für Malerei/Intermedia an der Hochschule der Bildenden Künste Saar, Saarbrücken inne. Daniel Hausig arbeitet mit Farblichtinstallationen, Fotografie und Objekten. Er lebt und arbeitet in Saarbrücken und Hamburg.

www.royals-aus-Hannover.de
www.daniel-hausig.de

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