MenschenSpuren, Beuys und Düsseldorfer Malerschule

Kunst entdecken im neanderland

Neanderthal im 19.Jahrhundert_FW_Schreiner_c_Stiftung Neanderthal Museum_kleinSchon im 19. Jahrhundert zogen Studenten der Düsseldorfer Malerschule mit Pinsel, Stift und Staffelei vor die Tore der Stadt ins romantische Neandertal. Zwischen der rauschenden Düssel, schroffen Felsen und üppiger Vegetation schulten sie ihren Blick für die Natur und hielten die idyllische Landschaft in über 150 Arbeiten fest. Der Kalkabbau brachte später zwar ein bedeutendes Zeugnis der Menschheitsgeschichte, die Überreste des Neanderthalers, zutage; die Schlucht in ihrer ursprünglichen Form aber verschwand. Dennoch ist das neanderland noch heute von malerischen Landschaften geprägt. Hier, in der grünen Region zwischen Rhein, Ruhr und Wupper, begegnet man Kunst auf Schritt und Tritt: in Museen und an außergewöhnlichen Ausstellungsorten – vor allem Open Air. Die Palette reicht von der Balkenhol-Skulptur über die Porzellanschau bis zur augenzwinkernden Interpretation der Kunstwerke von Weltrang im Rahmen der „DUCKOMENTA“.

Auf Kunstwegen durchs neanderland

Kunst- und Landschaftsgenuss verbinden sich im neanderland an vielen Orten, so etwa auf dem Kunstweg des Museums Ratingen: Dieser wurde 2002 mit der Bronzeskulptur „Mann im Hirschgeweih“ von Stephan Balkenhol, einem der wichtigsten deutschen zeitgenössischen Bildhauer, eröffnet und zieht sich durch das gesamte Stadtgebiet.

Dem Spannungsfeld Mensch-Natur widmet sich der Skulpturenpfad „MenschenSpuren“ im Neandertal. Die Werke, die auf einem 1200 Meter langen Rundweg entlang der Düssel installiert sind, stammen von zehn renommierten Künstlerinnen und Künstlern – darunter das Künstlerpaar Anne und Patrick Poirier, das bereits an der Biennale in Venedig und der Documenta in Kassel teilgenommen hat. Viele der Arbeiten müssen regelrecht entdeckt werden oder verändern ihren Zustand je nach Jahreszeit. So liegt etwa die Skulptur „Being“ von Antony Gormley im Flusslauf der Düssel und wird nach und nach von den Sedimenten des Wassers verborgen. Beim Kunst-Erkunden hilft ein Audioguide, der im Neanderthal Museum erhältlich ist.

NeanderthalMuseum_Fundstelle-Metall-Patina_-c_StiftungNeanderthalMuseum_kleinDas Thema Menschheitsentwicklung wird rund um die Fundstelle des Neanderthalers künstlerisch in Szene gesetzt. Den knapp fünf Kilometer langen Evolutionspfad in Mettmann, der vom Stadtkern bis zum Neanderthal Museum führt, säumen Installationen, Skulpturen und Industriedenkmäler, darunter auch die „Erinneringe“, das wohl einzige wachsende Denkmal weltweit.

Von Beuys bis DUCKOMENTA

Auch in den Museen im neanderland kommen Kunstfreunde auf ihre Kosten. Hochkarätige Sammlungen und abwechslungsreiche Sonderausstellungen geben Einblicke in die Kunst- und Kulturgeschichte der Region. So beherbergt etwa das Museum Ratingen eine 700 Werke umfassende Sammlung moderner Kunst von der Nachkriegszeit bis heute, darunter auch Bilder von Joseph Beuys. Im Mittelpunkt stehen Papierarbeiten, Zeichnungen, Druckgraphiken und Fotografien sowie die malerische Landschaft rund um Ratingen, die ebenfalls ein beliebtes Motiv der Düsseldorfer Malerschule war. Die umfangreiche Porzellansammlung zu Johann Peter Melchior, einem der führenden Porzellanmodelleure des ausgehenden 18. Jahrhunderts, knüpft schließlich eine enge Verbindung zwischen Kunst und Kunsthandwerk.

Duckomenta_Duckfretete_c_InterDuckAuf eine humorvolle Begegnung mit der Kunst- und Kulturgeschichte können sich die Besucher in diesem Jahr im Neanderthal Museum in Mettmann freuen: Vom 14. Mai bis 30. Oktober 2016 präsentiert die Sonderausstellung „DUCKOMENTA“ Neuinterpretationen berühmter Kunstwerke von der Antike über das Mittelalter bis in die Moderne – geschaffen von der Berliner Künstlergruppe interDuck. Neben der Gletschermumie Dötzi, dem Pharao Duckamun oder der Mona Lisa als Ente wird hier erstmals der „Duckthaler“ der Öffentlichkeit präsentiert.

Kultur-Konsum der besonderen Art

Das neanderland verfügt darüber hinaus über eine aktive und abwechslungsreiche Künstlerszene mit einer Reihe außergewöhnlicher Ausstellungs- und Kunstorte: So dienen etwa die Alte Pumpstation Haan oder das KUNSTHAUS Wiescheid in Langenfeld als Treffpunkte für Kunstschaffende und Kulturfreunde. Für den etwas anderen Kultur-Konsum steht „Alldiekunst“ in Velbert-Langenberg: Wo sich früher im Discountmarkt Paletten und Kartons stapelten, betreibt das Kunsthaus seit 2013 eine Ausstellungs- und Veranstaltungshalle für Kabarett, Performances, Musik und Theater sowie ein Künstler-Café. Alle zwei Jahre, zuletzt am 16. und 17. April 2016, öffnen Künstler aus dem gesamten Kreis Mettmann im Rahmen der  „neanderland TATORTE – offene Ateliers“ ihre Werkstätten. Von Malerei und Grafik über Fotografie und Skulptur bis Glaskunst, Keramik und Buchgestaltung sind alle Sparten vertreten.

Weitere Informationen finden Kulturinteressierte auf der Webseite www.neanderland.de in der Rubrik „Museen“ sowie im Flyer „neanderland MUSEEN UND ERLEBNISRÄUME“, der im Servicebereich zum Download bereitsteht oder telefonisch über den neanderland-Infoservice (Tel. 02104-991199) bestellt werden kann.

Broschüre_neanderland Museen und Erlebnisräume

Pressebilder zum Download:

 

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