Karl Marx: Ein bewegtes und bewegendes Leben

Karl Marx: Revolutionär, Gelehrter, Romantiker, Philosoph oder Journalist? Wer war der Mann, der mit seinen Werken die Welt veränderte, der in aller Welt so bekannt, aber auch so umstritten ist? Wer oder was prägte ihn? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt die große Landessausstellung  KARL MARX 1818 – 1883. LEBEN. WERK. ZEIT., die anlässlich des 200. Geburtstags vom 5. Mai bis 21. Oktober 2018 in zwei Trierer Museen gezeigt wird. Im Rheinischen Landesmuseum Trier und im Stadtmuseum Simeonstift Trier werden Leben und Wirken des berühmtesten Trierer Sohnes mit zahlreichen Exponaten auch aus Karl Marx‘ privatem Umfeld beleuchtet.

Im Jahr 2003 landete Karl Marx bei der TV-Ranking-Show „Die größten Deutschen“ auf dem dritten Platz, vor ihm nur Adenauer und Luther. Das Bild des bärtigen Revolutionärs ist so berühmt wie seine Werke „Das Kapital“ und das „Kommunistische Manifest“. Den Menschen Marx und sein bewegtes und bewegendes Leben kennen jedoch nur wenige.

Karl Marx wurde am 5. Mai 1818 als Sohn des jüdischen Rechtsanwalts Heinrich Marx und seiner Ehefrau Henriette in Trier geboren. Über seine Kindheit ist wenig bekannt. Karl erhielt zunächst Privatunterricht und besuchte seit dem zwölften Lebensjahr das Gymnasium in Trier, wo er 1835 im Alter von siebzehn Jahren das Abitur ablegte. Kurz danach ging er nach Bonn, um auf Wunsch des Vaters Rechtswissenschaften zu studieren und sich gleichzeitig philosophischen und historischen Studien zu widmen. Wie viele Studenten seiner Zeit war der junge Marx Romantiker: Er schrieb Gedichte und kleinere literarische Arbeiten. 1836 wechselte er an die Universität in Berlin, wo er sich verstärkt mit den Theorien von Hegel und dessen Schülern beschäftigte. Sein Studium beendete er mit einer Dissertation über Demokrit und Epikur, mit der ihn die Universität Jena 1841 zum Doktor der Philosophie promovierte.

Statt wie ursprünglich geplant eine akademische Laufbahn einzuschlagen, wandte sich Karl Marx dem Journalismus zu, der sein Leben lang ein Betätigungsfeld blieb. Er übernahm die redaktionelle Leitung der „Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe“ in Köln, wo er mit kritischen Beiträgen über Holzdiebstähle, die Lage der Moselwinzer, Freihandel und Schutzzoll die Zensurbehörden auf den Plan rief. Als die Zeitung im Frühjahr 1843 verboten wurde, wurde Karl Marx arbeitslos.

Zensur und Migration

Nach der Heirat mit Jenny von Westphalen, die er seit Kindertagen kannte, zog die junge Familie nach Paris, wo ihre älteste Tochter Jenny zur Welt kam. Doch auch hier, in der geistigen Hauptstadt Europas und im Brennpunkt sozialistischen und demokratischen Denkens, verlor Marx seine Existenzgrundlage: Die Herausgabe der „Deutsch-Französischen Jahrbücher“ scheiterte nach nur einer Ausgabe. Bedeutsam für den Aufenthalt in Paris

waren aber der Kontakt mit zahlreichen Intellektuellen der Zeit und vor allem die Wiederbegegnung mit Friedrich Engels, woraus eine lebenslange Freundschaft und Arbeitsgemeinschaft entstand. Bald schon verfassten und veröffentlichten sie erste gemeinsame Schriften. Als Karl Marx 1845 aus Frankreich ausgewiesen wurde, ging die junge Familie nach Brüssel, wo sie ohne Finanzmittel auf vielfältige Unterstützung angewiesen war. Auch in Brüssel war Karl Marx stets im Visier der preußischen Polizei. Ende 1845 gab er seine preußische Staatsbürgerschaft auf und blieb bis zu seinem Lebensende ein Staatenloser.

Am Vorabend der Pariser Februarrevolution 1848 legten Marx und Engels, vom Londoner „Bund der Kommunisten“ beauftragt, eine Programmschrift zu verfassen, das „Kommunistische Manifest“ vor. Bei Ausbruch der Revolution in Paris verhaftete die belgische Polizei Karl Marx und verwies ihn des Landes. Über Paris gingen Marx und Engels wieder nach Köln, wo Marx mit der „Neuen Rheinischen Zeitung“ einen zweiten Versuch startete. Doch nach dem Scheitern der Revolution 1849 musste Karl Marx Preußen innerhalb eines Tages verlassen.

Über Paris ging er nach London, das zu seinem Aufenthaltsort bis zum Lebensende wurde. Dort entwickelte sich Marx nicht nur zum Universalgelehrten, sondern auch zum aufmerksamen Beobachter und Kommentator des Weltgeschehens. Über Jahre hinweg schrieb er für zahlreiche Presseorgane, insbesondere für die „New York Daily Tribune“. Im Zentrum seines intellektuellen Interesses standen jedoch ökonomische Studien. Zu seinen Lebzeiten erschien 1867 nur der erste Band seines umfassenden Hauptwerkes „Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie“. Aus Marx‘ umfangreichen Manuskripten stellte Friedrich Engels nach dessen Tod zwei weitere Bände zusammen.

Die Familie Marx, die in London mehrfach umzog, wuchs, doch mehrere Neugeborene starben, nur drei Töchter überlebten. Zu den Krankheiten, die Karl Marx zeitlebens begleiteten, kamen ständige Geldsorgen. Marx war immer auf Beihilfen von Freunden, insbesondere von Friedrich Engels, angewiesen. Erst zwei Erbschaften im Jahr 1864 verbesserten die materielle Lage der Familie. Insgesamt verlief das Leben von Karl und Jenny Marx seit den siebziger Jahren äußerlich ruhiger. Friedrich Engels war nach London gezogen und konnte der Familie Marx eine erhebliche jährliche Leibrente aussetzen.
Ohne den Gönner und Weggefährten, der mit der Firma seines Vaters in Manchester gutes Geld verdiente, hätte Marx wohl kaum so intensiv arbeiten können. Doch an die Stelle finanzieller Sorgen traten verstärkt gesundheitliche Probleme, Karl Marx litt an einem Leber- und Magenleiden, Schlaflosigkeit und nicht zuletzt an einem schmerzhaften Hautausschlag. Karl Marx überlebte seine Frau nur um fünfzehn Monate: Er starb am 14. März 1883.

Weitere Informationen unter www.karl-marx-ausstellung.de

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