Lübecker Kirchen bereiten sich auf Jahrhundertausstellung vor

LÜBECK. Vor 500 Jahren, im Jahr 1515, zogen Töchter reicher Lübecker Kaufleute in das neu erbaute St. Annen-Kloster ein. Danach war es Armen- und Waisenhaus, Werk- und Zuchthaus. Seit genau 100 Jahren wird es als Museum genutzt. Dieses Doppeljubiläum – 500 Jahre Kloster, 100 Jahre Museum – ist jetzt in Lübeck Anlass für eine spektakuläre Ausstellung: Lübeck 1500. Kunstmetropole im Ostseeraum ist die größte Ausstellung, die es seit Bestehen des Museumsverbundes in Lübeck gegeben hat. Sie wird am 19.  September im Museumsquartier eröffnet. Erstmals beteiligen sich auch alle großen Lübecker Kirchen an der Jahrhundertschau.

So werden die Ausstellungsbesucher etwa im Dom, in der Aegidienkirche, der Jakobikirche, der Marienkirche und im Heiligen-Geist-Hospital auf den Spuren der ehemals mächtigen Hansestadt und ihrer Bürger wandeln können und dort ergänzend zur großen Schau im Museumsquartier imposanten Kunstwerken an ihrem Ursprungsort begegnen. Ausgewählte Kunstschätze werden aus den Kirchen auch als Leihgabe in die Ausstellung gehen. Geplant sind zudem Begleitveranstaltungen in den Gotteshäusern sowie gemeinsame Führungen im Museumsquartier und in den Kirchen.

„Das Projekt ‚Lübeck 1500‘ ist für die Lübecker Kirchen eine spannende Herausforderung, da sie erstmals in ein solch großes Ausstellungsvorhaben eingebunden sind. Vor allem aber ist es für alle Beteiligten eine große Freude, den Besucherinnen und Besucher der Ausstellung Einblicke in eine Zeit des Wandels am Beginn der Reformation zu geben“, freut sich Petra Kallies, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg“.

Aber auch persönlich ist für Petra Kallies die Zeit um 1500, um die es in der Jahrhundertschau geht, sehr interessant: „Wir sehen Lübeck als reiche Handelsstadt mit einer höchst verfeinerten Kunst, einem blühenden kirchlichen Leben – und zugleich kündigt sich das Ende einer Epoche an. Amerika ist am Horizont aufgetaucht, Luther ist schon geboren, aber noch nicht aufgetreten. Das Eis knistert schon. Man kann den Eindruck gewinnen, die Menschen würden mit Bildern die Dauer ihrer Welt beschwören. Das ist uns heute auch nicht fremd.“

Lübeck war im Mittelalter die wichtigste Kunstmetropole im Norden. Von hier aus verbreiteten Bildschnitzer, Maler, Goldschmiede und Buchdrucker ihre Werke über ganz Nordeuropa. Die Ausstellung zeigt zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland, unter anderem aus dem Bodemuseum in Berlin, dem Nationalmuseum in Kopenhagen, dem British Museum in London, der National Gallery in London und der Pinacoteca di Brera in Mailand. Neben prächtigen Skulpturen und Gemälden, exklusiven Goldschmiedearbeiten und aufwändig gestalteten Buchdrucken werden Bildwerke aus den westlichen Handels- und Kunstzentren zu bewundern sein.

Bildunterschrift: Petra Kallies, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, und Hans Wißkirchen, Leitender Direktor der Lübecker Museen, freuen sich über die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Museum zur Jahrhundertausstellung in Lübeck, Foto: Wolfgang Maxwitat

 

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