Holland Festival 2014: Jelinek, Verdi, Woodkid & Co

Programma-V-©-Rahi-RezvaniÜber 50 internationale Produktionen auf dem Gebiet von Tanz, Oper, Musiktheater, Musik, Theater und Film bietet das Holland Festival 2014, das vom 1. bis 29. Juni in Amsterdamer Theater- und Konzertsälen stattfindet. Die 67. Ausgabe des renommierten Festivals ist zugleich die zehnte und letzte unter der Leitung des künstlerischen Leiters Pierre Audi. Höhepunkte in diesem Jahr sind u.a. die musikalische Trilogie von Luigi Nono, Die Schutzbefohlenen von Elfriede Jelinek, The Returns von William Forsythe, Isabella Rossellini mit Bestiaire d’amour, die pakistanische Sängerin Abida Parveen ein Auftritt von Woodkid und die niederländische Version von War Horse

Eröffnet wird das Holland Festival mit der Tanzvorstellung Vortex Temporum der flämischen Choreographin Anne Teresa De Keersmaeker. Mit Arbeiten von Alain Platel, William Forsythe, Lemi Ponifasio (Neuseeland) und neuen Vorstellungen von Het Nationale Ballet und dem Nederlands Dans Theater setzt sich das Festival auch weiterhin für die Meister des zeitgenössischen Tanzes ein.

Die Liebhaber von Oper und Musiktheater können sich ebenfalls freuen, u.a. auf Händels Meisterwerk Orlando, mit dem Dirigenten René Jacobs und mit Bejun Mehta in der Titelrolle; auf William Kentridge, der mit dem Medium Video einen Dialog mit Schuberts Winterreise eingeht, live gesungen durch den weltberühmten Bariton Matthias Goerne; auf Heiner Goebbels’ faszinierende Inszenierung von Harry Partchs Delusion of the Fury; auf das Koninklijk Concertgebouworkest, das Falstaff von Verdi für die Nationale Opera spielt; auf die Oper The Wasp Factory von Ben Frost mit ihrer unheimlichen Bildsprache; auf eine moderne Barock-Oper mit dem Titel You Us We All von Shara Worden und Andrew Ondrejcak sowie auf die Weltpremiere der Oper Laika des niederländischen Komponisten Martijn Padding.

Die einzigartige Atmosphäre und Akustik des industriellen Gashouders (Gasometers) werden an drei Abenden mit den besten Werken des venezianischen Avantgarde-Komponisten Luigi Nono (1924–1990) maximal genutzt – ausgeführt von den bedeutendsten Exponenten dieser Musik wie beispielsweise dem Dirigenten Ingo Metzmacher, dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem Experimentalstudio des SWR. Der sensationelle französische Popsänger und Künstler Woodkid gibt mit seiner ersten, groß angelegten Show ein Gastspiel in den Niederlanden. Dieses Jahr kommt auch der orientalischen Musik besondere Bedeutung zu, mit unter anderem einem ganz besonderen Konzert von Abida Parveen, einer Sufi-Sängerin aus Pakistan, die in ihrer Heimat auf Händen getragen wird. Der Sufismus ist auch eine Inspirationsquelle für das neue kurdische Ensemble Nishtiman und für den Regisseur Roysten Abel, der eine neue Produktion vorstellt, in der indische Drums mit indischer Kochkunst verschmelzen.

Das Festival kann mit gleich zehn Theatervorstellungen aufwarten. Der Australier Simon Stone erregte letztes Jahr Aufmerksamkeit mit einem phantastischen Festivaldebüt und kehrt jetzt mit Thyestes zurück. Im Industriemonument Gashouder wird Robert Lepages virtuose 360-Grad-Vorstellung Playing Cards: SPADES  gespielt. Die großen deutschen Regisseure Martin Kušej und Nicolas Stemann sind mit neuen Arbeiten vertreten, und zwar mit Fassbinders Klassiker Die bitteren Tränen der Petra von Kant und mit Die Schutzbefohlenen, einem brandneuen Stück von Elfriede Jelinek über den beklagenswerten Zustand von Asylbewerbern. Peter Brook, der legendäre Theatermacher, destilliert mit The Valley of Astonishment ein ganzes Theaterleben in einen einzigen Abend pures Theater. Der Regisseur Declan Donnellan inszeniert ’Tis Pity She’s a Whore, eine englische Tragödie aus dem 17. Jahrhundert, und Isabella Rossellini lässt uns an ihrer unbezwingbaren Faszination für das Sexleben der Tiere teilnehmen. Die Toneelgroep Amsterdam realisiert einen lange gehegten Traum: die Inszenierung von Ayn Rands The Fountainhead. Und endlich ist auch die langerwartete niederländische Version der internationalen Theatersensation War Horse des National Theatre of Great Britain in Amsterdam zu sehen.

Die Kombination aus Film und Musik ist in diesem Jahr mit zwei Projekten von epischem Ausmaß vertreten. Eines davon ist Napoleon, Abel Gances Meisterwerk des Stummfilms. Zu live ausgeführter Musik wird der komplette kürzlich restaurierte Film gezeigt: ein „once in a lifetime experience“!  Das Holland Festival verfolgt und unterstützt schon seit einigen Jahren das neue Filmprojekt des bildenden Künstlers Matthew Barney und des Komponisten Jonathan Bepler. Nach zehn Jahren ist River of Fundament jetzt endlich vollendet.

Das komplette Programm und weitere Informationen finden Sie unter:
www.hollandfestival.nl

 

.
  • RSS
  • Facebook
  • Twitter