Programm-Highlights des Holland Festivals 2013

Die Besucher des Holland Festivals können sich in diesem Jahr auf 109 Veranstaltungen freuen. Eröffnet wird das Festival am 1. Juni 2013 mit der beeindruckenden Multimedia-Oper Quartett, die Luca Francesconi nach Heiner Müllers Bühnenfassung des Romans Gefährliche Liebschaften schrieb. Die Inszenierung mit dem Teatro alla Scala unter der Regie von Àlex Ollé, einem Mitglied der Gruppe La Fura dels Baus, wurde 2011 mit großem Erfolg in Mailand uraufgeführt.

Musikgenuss wird den Besuchern des Holland Festival in diesem Jahr in den verschiedensten Variationen geboten: Im Musiktheaterstück When the mountain changed its clothing von Heiner Goebbels, das im letzten Jahr auf der Ruhrtriennale uraufgeführt wurde, geben die vierzig jungen Sängerinnen des weltweit tourenden slowenischen Ensembles Vocal Theatre Carmina Slovenica den Ton an. In Toni Morissons Desdemona unter der Regie von Peter Sellars wird die malische Sängerin Rokia Traoré die Besucher in ihren Bann ziehen. Moderne Musik in klassischer Tradition verspricht Brooklyn to Berlin, ein Konzert mit dem Solistenensemble Kaleidoskop aus Berlin. Zu den Klassikern auf dem Holland Festival gehört im Wagner-Jahr die Oper Die Meistersinger von Nürnberg in einer neuen Produktion der Nederlandse Opera. Die Aufführung wird an einem Tag auch live im Park übertragen. Eine Mischung aus Akkrobatik, Tanz und Musik verspricht Hans was Heiri des Schweizer Ensembles Zimmermann & de Perrot, ein virtuoses Bewegungstheater mit echten Zirkusartisten und einem spektakulären Bühnenbild. Beim Konzert von El Gusto steht eine Gruppe von Musikern aus Algier auf der Bühne, die Jahrzehnte nach ihrer Trennung kürzlich wieder zusammengefunden hat und derzeit ein umjubeltes Comeback feiert. Und Kunstgenuss im Vorbeigehen schließlich bieten die Lunchkonzerte in der Passage des neuen Rijksmuseums.

Zu den Highlights in der Sparte Theater zählen der schon legendäre Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui von Heiner Müller mit dem Berliner Ensemble sowie The Wild Duck, eine überaus frische Interpretation des Ipsen-Stücks durch das australische Ensemble Belvoir unter der Regie von Simon Stone. Das Theater der Nationen aus Moskau ist zum zweiten Mal Gast beim Holland Festival und zeigt mit Circo Ambulante eine groteske Fabel über den Alltag im heutigen Russland. Mit drei Stücken aus Argentinien und Chile liegt dazu ein Schwerpunkt auf Theater aus Südamerika.

Tanzfreunde können sich in diesem Jahr wieder auf einzigartige Performances freuen: etwa mit dem L.A. Dance Project des französischen Choreografen Benjamin Millepied, mit CRACKz (Dança morta) des jungen brasilianischen Choreografen Bruno Beltrão und nicht zuletzt mit SHIROKURO, einem mystischen Tanzkonzert nach der Musik der russischen Komponistin Galina Ustvolskaya.

Es gibt aber auch wieder viel Neues und Unkonventionelles zu entdecken: etwa die 3D-Filmoper Sunken Garden, eine Koproduktion von Michel van der Aa mit dem Romanautor David Mitchell, die nach der Weltpremiere im April in London erstmals in Amsterdam zu sehen sein wird. Die spätromantischen Mahlerlieder erfahren in der ungewöhnlichen Interpretation durch die osttiroler Musikband Franui mit Bläsern, Harfe, Hackbrett, Zither und Gesang eine faszinierende Metamorphose. Eine musikalisch-theatralische Konfrontation der besonderen Art verspricht The Inquisitive Musician von Cindy Bernard, im Stedelijk Museum: hier treten Biergeiger in den Wettstreit mit Kunstpfeifern. Dazu stellen sich einige deutschsprachige Künstler im Café Brecht dem Publikum zum Gespräch. Und schließlich setzt Brett Bailey in seiner eher schockierenden Installation Exhibit B das Thema Sklaverei in der Kolonialzeit eindrucksvoll in Szene.

Pressemappe Holland Festival 2013

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