Erstes großes Exponat zur CREDO-Ausstellung in Paderborn eingetroffen

Städtische Galerie nimmt monumentales Gemälde aus Oberschwaben in Empfang

PADERBORN. Das erste großformatige Gemälde zur CREDO-Ausstellung wurde heute in der Städtischen Galerie Am Abdinghof in Paderborn angeliefert. Das monumentale, rund  3 x 4 Meter große Bild von Ludwig Fahrenkrog (1867-1952) stammt aus dem Braith-Mali-Museum in Biberach und wird vor Ausstellungsbeginn zunächst einer umfangreichen Restaurierung in der Städtischen Galerie unterzogen.

Damit das großformatige Gemälde seinen angestammten Platz im Biberacher Museum zum Transport verlassen konnte, waren aufwendige Vorarbeiten notwendig: Vitrinen mussten verrückt und freie Wege geschaffen werden. In Paderborn angekommen, wird es nun direkt am Standort seiner Aufhängung im CREDO-Ausstellungsteil der Städtischen Galerie von Diplom-Restaurator Christoph Fiebiger (ars colendi GmbH) konservatorisch und restauratorisch bearbeitet. Ab 26. Juli wird es im CREDO-Ausstellungsteil „Quo vadis“ dann in neuem Glanz zu sehen sein.

Wir sind sehr dankbar, dass wir in Kooperation mit dem Braith-Mali-Museum dieses einzigartige Exponat für die große CREDO-Ausstellung zeigen können“, sagt Wolfgang Walter, Beigeordneter der Stadt Paderborn. „Es ist eines der Hauptexponate in der Ausstellungsabteilung ‚Völkisch-nationale Rezeption der Christianisierung‘, die neben anderen Themenschwerpunkten in der Städtischen Galerie zu sehen sein wird.“

Das imposante Bild Ludwig Fahrenkrogs übt nicht nur aufgrund seiner großformatigen Figurenkompositionen eine besondere Faszination auf den Betrachter aus. „Von Bedeutung für die Auswahl des Bildes war für uns, dass der Künstler hier eine Art germanisches Neuheidentum propagiert. Die Entstehungsgeschichte des Werks zeigt dies sehr deutlich“, erklärt Dr. Andreas Neuwöhner, Kurator des CREDO-Ausstellungsteils „Quo vadis“. Das Bild, das Fahrenkrog 1896 zunächst unter dem Titel Höllenfahrt Christi gemalt hatte, zeigte in der ersten Fassung die Figur Christi im großen, die Komposition beherrschenden Lichtkreis. Erst nachdem sich der Künstler einer völkisch-deutschen Strömung zugewendet hatte, die das Christentum als der deutschen Seele „artfremd“ ablehnte – 1912 gründete er die bis 1964 bestehende „Germanische-Glaubens-Gemeinschaft“ – veränderte Fahrenkrog zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Bild subtil, aber in seiner inhaltlichen Aussage grundlegend: Aus der Christusfigur wurde ein germanischer Sonnengott und an die Stelle des ursprünglich christlichen Bildtitels trat die heutige Bezeichnung Sieg des Lichts über die Dunkelheit.

Als historisches Zeugnis dokumentiert das Gemälde, wie unter dem Einfluss der völkischen Bewegung, die den Nährboden für den Nationalsozialismus bereitete, ein christliches Bildthema umgedeutet und für die neue deutsch-nationale Glaubensrichtung in Anspruch genommen wurde. Ab 1933 wurde das Gemälde dann auch mehrfach als Beispiel deutsch-nationaler Kunst ausgestellt.

www.credo-ausstellung.de

Pressekontakt
Silke Günnewig
guennewig@projekt2508.de
+(49)228-184967-24

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

.
  • RSS
  • Facebook
  • Twitter