Deutschlands erste Porzellankirche ziert nun die Leuchtenburg

Der in L.A. lebende Architekt Michael J. Brown, ein Schüler des Stararchitekten Daniel Libeskind, hat in Thüringen einen ganz besonderen Ort geschaffen: Er verwandelte die mittelalterliche Burgkirche der Leuchtenburg bei Seitenroda in Deutschlands erste Porzellankirche – modern, rein, weiß und klar.
30 jeweils 5,53 Meter hohe und mit weißem Porzellan beschichtete Lamellen sind elliptisch im Kircheninnern angeordnet. Die markanten deckenhohen Elemente bilden eine Art Vorhang, der zugleich durchlässig scheint. In Anlehnung an die Optik der gotischen Kathedralen schaffen sie Höhe und lösen die Wand auf. Die Lamellen, die von der spanischen Firma Levantina hergestellt wurden, bestehen aus dünnen „Techlam“-Platten, die auf Holz aufgezogen wurden. Jede Lamelle wiegt rund 90 Kilogramm. Dabei ist das Porzellan 3 mm dünn, bisquit/unglasiert, auf Holz aufgezogen und seitlich mit Chromschienen versehen. Die Rückseite ist verspiegelt, wodurch ein weiteres raumauflösendes Element geschaffen wird. Eine elliptische Deckenformierung mit eingelassenem und beleuchtetem Kreuz bildet den oberen Abschluss. Möbliert mit schlichten Sitzbänken und einem Altar aus Eichenholz ist ein einzigartiges Raumerlebnis entstanden.

Bei der Gestaltung der Kirche hat Brown auch die Geschichte der Burg berücksichtigt. Von 1746 bis 1871 diente die Kapelle als Gefängniskirche des auf der Leuchtenburg befindlichen Zuchthauses. In den erhaltenen Listen der Burgpfarrer sind rund 5.200 Namen von Häftlingen mit Geburtsort, Grund der Einlieferung und weiteren Details vermerkt. 5.200 Sterne auf den Porzellan-Lamellen erinnern an dieses Kapitel der Burggeschichte.

Start der Umbaumaßnahmen war Anfang November 2015. Die ökumenische Weihe der 160 Quadratmeter großen Kapelle fand im Oktober 2016 statt. Nun steht der Raum für Gottesdienste, Taufen sowie kirchliche Hochzeiten zur Verfügung. Die Porzellankirche bietet zugleich die Möglichkeit zur inneren Einkehr und Entspannung und ergänzt die 2014 eröffneten Porzellanwelten Leuchtenburg. Im Juli 2017 ist die Porzellankirche mit ihrer Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1930 zum ersten Mal Veranstaltungsstätte des Thüringer Orgelsommers.

Michael J. Brown kombiniert eine weitreichende Erfahrung als Architekt von internationalen Projekten mit dem Fachwissen als Kreativ-Direktor von Filmen, Marketing und Brand Events. Er arbeitete für das Studio Daniel Libeskind in Berlin und New York, wo er die Planung von mehreren preisgekrönten kulturellen Gebäuden leitete und eine zentrale Rolle im World Trade Center Masterplan einnahm. In 2015 zog er nach Los Angeles und eröffnete hier eine Nau2 Filiale, die eine stärkere Verbindung des Büros zu den filmverbundenen kreativen Industrien einleitete. Bei Filmen sowie digitalen Umgebungen stellt sich seine Erfahrung mit den Fabrikationsprozessen und den Abläufen von Art Department als eine wertvolle Stärke in der Entwicklung solcher schnelllebigen Projekte dar. Parallel dazu hält Michael J. Brown regelmäßig Vorlesungen und Workshops und verfasst Beiträge in Fachzeitschriften.
Staunen, schweben und erleben: Porzellanwelten Leuchtenburg

Die Porzellankirche ergänzt die 2014 fertiggestellte  Porzellanwelten Leuchtenburg. Diese  erzählen in sieben innovativen  Erlebnisräumen die über 250-jährige Geschichte des Thüringer Porzellans. Zu den Attraktionen zählen die größte Vase und das kleinste Service der Welt. Ein besonderer Höhepunkt ist der „Skywalk der Wünsche“. Der 20 Meter über die mittelalterlichen Burgmauern hinausragende Steg aus Glas und Stahl ist nicht nur ein spektakulärer Aussichtspunkt in Thüringen, sondern zugleich ein Wahrzeichen des Glücks.

www.leuchtenburg.de

Eine umfassende Präsentaion der Porzellankirche finden Sie hier.

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