Cranachs Frauenbilder: Sinnlichkeit und Weibermacht

Lucas Cranach der Ältere zählt zu den bedeutendsten Malern der Deutschen Renaissance und beeinflusste Künstler über Jahrhunderte. Frauen spielten in seinen Werken eine große Rolle. Es scheint sogar, als gehörten Cranachs Frauenbilder zu den beliebtesten und bestverkauften seiner Gemälde. In seinen Werken verbindet Cranach sinnliche Lust, antike Mythologie und christliche Tugendlehre. In der groß angelegten Werkschau Cranach. Meister – Marke – Moderne, die vom 8. April bis 30. Juli 2017 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf zu sehen ist, können Besucher daher auch eine Vielzahl faszinierender Frauenbilder bestaunen. Hier können sie sich ein Bild von der Vielfalt und besonderen Kunstfertigkeit machen, mit der Cranach das schöne Geschlecht in seinen Bildern verewigte.

Engelsgleich und makellos schön

Besonders berühmt sind Cranachs sinnlich-erotische Bilder. 1509 schuf er den ersten weiblichen Akt einer Venus jenseits der Alpen. Um die damals unübliche hüllenlose Darstellung zu rechtfertigen, griff der Maler bekannte Frauenfiguren aus der antiken Mythologie und Bibel auf. Seine engelsgleichen Geschöpfe wie etwa Lucretia, die tugendhafte Römerin, die sich aus Scham über ihre Vergewaltigung umbrachte, oder die „Drei Grazien“, die Cranach in verschiedenen Versionen malte, ziehen die Betrachter mit ihrer makellosen Schönheit und ihrer verführerischen Erscheinung noch heute in ihren Bann.  Waren seine Aktdarstellungen anfangs noch von der klassischen Antike beeinflusst, so entwickelte Cranach seit den 1520er Jahren zunehmend seinen eigenen künstlerischen Ansatz: weg von der Starrheit klassisch-antiker Figuren hin zu einem sinnlichen Konzept von der Schönheit des Körpers. In keinem seiner späteren Akte finden sich diese Ideen überzeugender vereint als in dem Tafelbild der „Drei Grazien“, das zu den Highlights der Düsseldorfer Cranach-Schau zählt.

„Weibermacht“ –  Macht der Frauen

Zahlreiche Gemälde Cranachs zeigen aber auch, wie Männer den Reizen einer Frau erliegen und sich freiwillig ihrem Willen unterwerfen. In seiner berühmten Bilderserie der ungleichen Paare illustriert Cranach die moralische Kehrseite der Schönheit: Die „Weibermacht“, ­ein beliebtes Thema der Zeit, dessen Wurzeln bereits in der Antike liegen. Hier verfallen Männer den kalkuliert eingesetzten Reizen der Frauen; etwa wenn das junge Mädchen dem alten Lüstling den Bart krault und dafür im Gegenzug mit kostbarem Schmuck beschenkt wird. Aber auch skurrile Verirrungen und oberflächliche Liebe waren stark nachgefragte Paarmotive; etwa wenn eine zahnlose Alte sich einem feschen Jüngling zuwendet und ihm für seine Gefälligkeiten Goldtaler in die Hand drückt.

Der Reiz der mächtigen Frauen

Eine mächtige Frau portraitierte Cranach besonders oft: „Judith mit dem Kopf des Holofernes“. Judith, dargestellt in zeitgenössischer Kleidung, gilt als eines der wichtigsten Bildthemen sächsischer Hofkunst. Tugendhaft und gefährlich zugleich setzt sie ihre Reize ein, um einen Mann zu überwinden. Das Bild zeigt die schöne Witwe, die den assyrischen Befehlshaber Holofernes mit dessen eigenem Schwert enthauptet und damit das Volk Israel rettet. Eines der schönsten Gemälde dieser Serie aus dem Metropolitan Museum of Art, New York zählt zu den Höhepunkten der Ausstellung und dient auch als Plakatmotiv.

Dass Cranachs Frauenbilder die Kunstwelt bis heute inspirieren, zeigen Werke etwa von Pablo Picasso und Andy Warhol, die ebenfalls in der Düsseldorfer Ausstellung zu sehen sind.

HINTERGRUND

Als einer der Höhepunkte im Reformationsjahr 2017 nimmt die Ausstellung „Cranach. Meister – Marke – Moderne“ Cranach den Älteren in seiner Gesamtheit und Modernität in den Blick und beleuchtet neben seinen Erfolgsstrategien den Einfluss des herausragenden Künstlers bis in die Kunst der Moderne und Gegenwart. Neueste Forschungsergebnisse offenbaren bislang unbekannte Seiten dieses Ausnahmekünstlers. Gezeigt werden rund 200 Werke aus internationalen Museen und Sammlungen, darunter aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, der National Gallery in London, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, dem Museum der Bildenden Künste in Budapest sowie dem Nationalmuseum Stockholm.

Weitere Infos: www.cranach2017.de

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Marina Schuster, Leiterin Kommunikation, T  +49 (0)211-566 42 500,  Marina.Schuster(at)smkp.de Christina Bolius,  T  +49 (0)211-566 42 502,  Christina.Bolius(at)smkp.de
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Pressebüro CRANACH. Meister – Marke – Moderne
Silke Günnewig / Kirsten Lehnert, projekt2505 GmbH, T +49(0)228-184967-24, presse(at)projekt2508.de

 

 

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