CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart, Paderborn, 24. Juli – 13. Dezember 2015

Raffalel_Personifikation der Caritas _kleinPADERBORN. Warum setzen sich Menschen seit Jahrhunderten für andere ein? Was motiviert sie? Wie wurde Nächstenliebe zu unterschiedlichen Zeiten gelebt? Die neue große kunst- und kulturhistorische Ausstellung im Diözesanmuseum Paderborn nimmt vom 24. Juli bis 13. Dezember 2015 erstmals die Geschichte der tätigen Nächstenliebe in den Blick und zeigt, wie das Thema sich in Kunst und Kultur der verschiedenen Epochen auf jeweils eigene Weise dargestellt hat. Der Schwerpunkt der Schau liegt auf der christlichen Nächstenliebe, der Caritas, einer Idee, die in ihrer kompromisslosen Hinwendung zum Mitmenschen zu Beginn geradezu revolutionär war.

Für „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ kommen hochkarätige Exponate aus bedeutenden Museen und Sammlungen aus ganz Europa und den USA nach Paderborn, darunter solche aus der Pinacoteca Vaticana, der Chester Beatty Library in Dublin oder dem Metropolitan Museum in New York. Antike Sarkophage, Wandmalereien aus römischen Katakomben und mittelalterliche Schatzkunst sowie Gemälde und Zeichnungen namhafter Künstler – etwa Raffael, Lucas Cranach d.Ä., Eugène Delacroix, Max Liebermann, Ferdinand Hodler, Ernst Ludwig Kirchner und Käthe Kollwitz – erzählen von den unterschiedlichen Vorstellungen, Motivationen und Formen helfender Zuwendung durch die Jahrhunderte. Eindrückliche Videoinstallationen transportieren das Thema in die Gegenwart.

„Mitgefühl und soziales Engagement waren schon immer Beweggründe für die helfende Anteilnahme am Leiden anderer“, erläutert Alfons Hardt, Generalvikar des Erzbischofs von Paderborn, bei der Vorstellung des großen Ausstellungsprojektes heute in Paderborn. „Das Christentum verband diese Werte mit dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe, das mit Blick auf die Verheißung des ewigen Lebens zum Leitmotiv christlichen Lebens und Handelns wurde. Dadurch, dass Christus die Nächstenliebe mit dem ersten der zehn Gebote verband und ihr so zentrale Bedeutung verlieh, entstand ein völlig neues Konzept menschlichen Miteinanders, das unsere Gesellschaft bis heute prägt“, so Hardt weiter.

Die Ausstellung beginnt mit den Ursprüngen der Caritas bei den frühen Christen, folgt den Spuren ihrer Institutionalisierung in den Herrschaftsgebieten mittelalterlicher Könige und Bischöfe und beleuchtet die Gründung der ersten Hospitäler, Armen- und Waisenhäuser in Zeiten von Pest, Kriegen und Hungersnöten. Seit dem 16. Jahrhundert tritt – vor dem Hintergrund von Reformation und Gegenreformation – die institutionalisierte städtische bzw. frühstaatliche Fürsorge an die Stelle des Almosens. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden neue Formen der Massenverelendung und Armut, denen man sowohl mit kirchlichen als auch mit staatlichen Initiativen zu begegnen suchte. Ein eigenes Kapitel der Ausstellung beschäftigt sich mit dem Wirken caritativer Verbände, aber auch internationaler Hilfsorganisationen vor der Folie der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts.

Die Besucher begegnen charismatischen Persönlichkeiten der Nächstenliebe, wie dem heiligen Martin, der heiligen Elisabeth, dem heiligen Franz von Assisi oder Nikolaus von Kues. Hochkarätige Kunstwerke zeigen, durch welche Bildmotive das Thema Einzug in die Kunst der jeweiligen Epochen hielt – zu nennen sind hier etwa die Darstellung der „Sieben Werke der Barmherzigkeit“ und des „Barmherzigen Samariters“ oder die Personifikation der Caritas als liebende Mutter mit ihren Kindern.

„Mit unserer neuen Ausstellung bieten wir nicht nur eine herausragende und bislang einmalige kulturhistorische Rückschau auf die Geschichte der Nächstenliebe, sondern behandeln auch ein Thema von geradezu brennender Aktualität. In diesen von Krisen geschüttelten Zeiten und angesichts einer von Gewaltszenarien geprägten Bilderflut möchten wir das Thema der Liebe und Hilfsbereitschaft stark machen und dagegen stellen“, sagt Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn.

Die Konzeption der Ausstellung basiert auf den Ergebnissen neuester interdisziplinär angelegter Forschungen zur Ausprägung und Institutionalisierung der Caritas in den unterschiedlichen Zeiten und europäischen Regionen. Zur Ausstellung wird es ein breit angelegtes museumspädagogisches Programm geben u.a. mit Führungen für Erwachsene, Familien und Kindern, speziellen Programmen für Schulkassen und einem umfangreichen inklusiven Vermittlungsangebot für und mit Menschen mit Behinderungen. Hier sind etwa Führungen in Gebärdensprache und die Erstellung eines Kataloges in leichter Sprache in Kooperation mit Menschen mit kognitiver Einschränkung geplant.

Das Diözesanmuseum setzt mit „CARITAS – Nächstenliebe von den frühen Christen bis zur Gegenwart“ die Reihe der erfolgreichen kunst- und kulturhistorischen Ausstellungsprojekte in Paderborn fort: „799 – Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ (1999), „Canossa 1077 – Erschütterung der Welt“ (2006), „Franziskus – Licht aus Assisi“ (2011/12) sowie „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ (2013). Die neue Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Oscar Andrés Kardinal Rodrígez Maradiaga, S.D.B., Präsident von Caritas Internationalis.

Die Ausstellung wird in Kooperation mit dem Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e.V. durchgeführt, der im Jahr 2015 sein 100-jähriges Bestehen feiert. „Am 8. Dezember 1915 wurde unser Verein vom damaligen Bischof Karl Joseph Schulte als Reaktion auf die beispiellosen sozialen Herausforderungen im Ersten Weltkrieg gegründet“, erläutert Dr. Thomas Witt, Domkapitular und Vorsitzender des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn. „Wir freuen uns, durch die zahlreichen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr und die Ausstellung im Diözesanmuseum den Blick der Menschen wieder auf den Dienst am Nächsten lenken zu können.“

www.dioezesanmuseum-paderborn.de

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