Bundespräsident eröffnet große CREDO-Ausstellung in Paderborn

Bundespräsident Joachim Gauck hat die Ausstellung „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ am Abend im Rahmen eines Festaktes im Hohen Dom zu Paderborn eröffnet. Zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik, Kultur und Wirtschaft, darunter der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Dr. Robert Zollitsch, der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert und der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel, kamen zur feierlichen Eröffnung. Von heute an bis zum 3. November wird die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung in drei Paderborner Museen zu sehen sein: im Erzbischöflichen Diözesanmuseum, im Museum in der Kaiserpfalz und in der Städtischen Galerie Am Abdinghof. Anhand von rund 800 teils noch nie gezeigten, hochkarätigen Exponaten werden wichtige Etappen des etwa 1000 Jahre umfassenden Prozesses der Verbreitung des Christentums thematisiert. Die Ausstellung schließt mit der Frage nach dem Stellenwert der christlichen Wurzeln in Europa heute.

Bundespräsident Joachim Gauck, Schirmherr der CREDO-Ausstellung, hob die Bedeutung des christlichen Mittelalters für unsere heutige Zeit hervor: „Wenn wir uns nämlich mit dem europäischen, dem christlichen Mittelalter beschäftigen, erfahren wir sehr viel über uns selber, über unsere Herkunft, unsere Wurzeln, über Prägungen und Formungen, die bis heute wirkmächtig sind. (…) Uns verbindet in Europa sehr viel mehr als etwa nur eine gemeinsame Währung“, so Gauck weiter. „Uns verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Uns verbinden lange geistige Auseinandersetzungen um das Wesen des Menschen, um das richtige Zusammenleben, um die Bedeutung von Religion.“

Der renommierte Historiker Prof. Dr. Rudolf Schieffer (i. R., Ludwig-Maximilians-Universität München) und Präsident der Monumenta Germaniae Historica (MGH) a. D. würdigte in seinem Festvortrag die große historische und kulturelle Bedeutung des Christianisierungsprozesses: „Es gibt nicht viel aus der tausendjährigen Geschichte des Mittelalters, was an historischer Tragweite vergleichbar wäre mit der Ausbreitung des Christentums in ganz Europa.“ In seiner Rede richtete der Historiker auch den Blick auf den besonderen Charakter des Christentums als einer Buchreligion. Mit dem Import von Handschriften, der Einrichtung von Schulen und mit dem Beginn der Schreibtätigkeit habe die Mission die jeweils christianisierten Gebiete auf eine neue Stufe der historischen Entwicklung gehoben.

Für Erzbischof Hans-Josef Becker kommt die CREDO-Ausstellung im rechten Moment: „Gerade heute, in Zeiten der Veränderungen und des Umbruchs, erscheint es wesentlich, sich der christlichen Wurzeln, auf denen wir stehen, neu zu vergewissern. Wir haben die Verpflichtung, das große christliche Erbe und dessen prägende Kraft wieder stärker ins Bewusstsein zu heben und für die Gegenwart fruchtbar zu machen.“

Der Paderborner Bürgermeister Heinz Paus freute sich über das dritte große Kooperationsprojekt in der historisch bedeutsamen Stadt: „Es ist schön, dass es wieder gelungen ist, in einer enormen Kraftanstrengung der bewährten Partner eine hochkarätige Ausstellung in Paderborn präsentieren zu können.“ Nach „799 –  Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ (1999) und „Canossa“ (2006) ist dies ein weiteres bedeutendes Ausstellungsprojekt, das gemeinsam von der Stadt Paderborn, dem Erzbistum Paderborn und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) realisiert wird.

„CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ ist bis zum 3. November täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.credo-ausstellung.de sowie beim Servicebüro, Tel. 05251 / 882002.

PM Bundespräsident eröffnet CREDO-Ausstellung

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