Bedeutendes Karlsepos wird in der Paderborner CREDO-Ausstellung gezeigt

Hochkarätige, überaus selten verliehene Handschrift aus Zürich dokumentiert die Bedeutung Paderborns im Mittelalter

PADERBORN. Die Kuratoren haben es geschafft: Das sogenannte „Karlsepos“, die bedeutende karolingische Handschrift aus der Zentralbibliothek Zürich, die als Dauerleihgabe in der Stiftsbibliothek in St. Gallen liegt, wird in der großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellung „CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ ab dem 26. Juli 2013 zu sehen sein. Das Epos – auch als „Paderborner Epos“ oder „Aachener Karlsepos“ bezeichnet – ist ein zeitgenössischer Bericht eines unbekannten Autoren über das wichtige Treffen zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III. im Jahr 799 in der Pfalz in Paderborn. Diese Zusammenkunft ging der Kaiserkrönung Karls im Dezember des Jahres 800 in Rom voraus. Lange Zeit wurde die Schrift, die von unschätzbarem historischem Wert ist, nicht verliehen. Selbst bei der großen Paderborner Mittelalter-Ausstellung „Kunst- und Kultur der Karolingerzeit“ im Jahr 1999 mussten die Ausstellungsmacher auf die bedeutende Leihgabe verzichten. Nun kehrt das kostbare Manuskript an den Ort des Geschehens zurück: in die Paderborner Kaiserpfalz. Dort ist es im CREDO-Ausstellungsteil „In hoc signo“ zu sehen.

„Das ,Karlsepos‘ zeigt wie kein anderes Dokument die christliche und weltliche Bedeutung Paderborns im frühen Mittelalter. Wir freuen uns sehr, dass wir in der CREDO-Ausstellung das Manuskript nach langer Zeit erstmals wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentieren dürfen“, sagt Dr. Martin Kroker, Experte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Leiter des Museums in der Kaiserpfalz. Das Epos wird in der Sektion „Taufe oder Tod“ ausgestellt, die sich mit der Sachsenmission Karls des Großen beschäftigt. „Karl präsentierte sich 799 dem Papst in Paderborn als christlicher Herrscher, der ein weiteres Volk für das Christentum gewonnen hatte.  Dies war sicher eine Art Pluspunkt auf dem Weg zur Kaiserkrönung im nächsten Jahr“, erläutert Kroker weiter. Auch für die Leiterin der Handschriftensammlung der Zentralbibliothek in Zürich, Prof. Annett Lütteken, ist die Präsentation in Paderborn etwas Besonderes: „Schön, dass wir das Epos an dem für seine Entstehung verantwortlichen Ort zeigen können“, teilte sie mit.

Der Hauptsponsor der Ausstellung, E.ON Westfalen Weser, zeigt sich ebenfalls begeistert: „Es ist toll, dass dieses stadtgeschichtlich bedeutende Dokument endlich nach Paderborn ausgeliehen werden konnte. Wir freuen uns, dass wir durch die Unterstützung der CREDO-Ausstellung mit ihren hochkarätigen Exponaten aus ganz Europa zur Förderung der Kultur in der Region beitragen können“,  sagt Angelika Schomberg, Leiterin in der Kommunikation bei E.ON Westfalen Weser.

CREDO – Christianisierung Europas im Mittelalter“ wird am 26. Juli 2013 von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet. Die Ausbreitung des Christentums in Europa ist Thema der großen kunst- und kulturhistorischen Ausstellung, die in drei Paderborner Museen – Diözesanmuseum, Museum in der Kaiserpfalz, Städtische Galerie Am Abdinghof – gezeigt wird. Am Eröffnungstag sind die Häuser von 20 Uhr bis 24 Uhr für das Publikum geöffnet. An den darauf folgenden Tagen, täglich, außer montags, von 10 Uhr bis 18 Uhr. Die Ausstellung wird gemeinsam von der Stadt Paderborn, dem Erzbistum Paderborn und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) realisiert.

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