Bazon Brock präsentiert neue Video-Installation bei CREDO

Bazon Brock bei CREDODie Paderborner CREDO-Ausstellung ist um eine Attraktion reicher: Vom 13. September bis zum 3. November 2013 zeigt das Diözesanmuseum Paderborn eine eigens zur großen Paderborner Schau entstandene Videoinstallation des renommierten Künstlers und Kunsttheoretikers Bazon Brock. Die 20-minütige Video-Dokumentation zeigt die Transportkisten der Kunstwerke der CREDO-Ausstellung kurz nach ihrer Ankunft in Paderborn. Ausgehend von den Exponaten aus ganz Europa packt der Aktionskünstler die Kostbarkeiten, die den Weg der Christianisierung Europas dokumentierten, auf philosophische Weise aus. Bereits im Juli, vor Eröffnung der großen Schau, hatte der emeritierte Professor für Ästhetik und Kulturvermittlung die Ausstellungsräume besucht, die sich zu dieser Zeit gerade im Aufbau befanden. Bazon Brocks Ziel war es, zu erfassen, was die wertvollen Objekte dem Besucher über die eigenen christlichen Wurzeln und den Zustand der europäischen Gesellschaft verraten. Daraus entstanden ist eine Arbeit, die sich tiefsinnig und wortgewandt mit den Themen Glaube und Kunst auseinandersetzt.

„Natur- und Gottesgeschichte sind nicht zu trennen“, erklärt Bazon Brock. Die Paderborner Schau gibt seiner Auffassung nach nicht nur Antworten auf die Frage nach der Ausbreitung des christlichen Glaubens in Europa, sondern veranschaulicht die Bedeutung von Religion heute und für die Tradition der westlichen Welt. Die Videoinstallation gibt Denkanstöße zu einzelnen Exponaten und lädt den Betrachter ein, die CREDO-Ausstellung aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. „Die Schau zeigt“, so Brock, „dass die Kraft des Christentums darin besteht, angesichts der Katastrophe zu beginnen und die Welt vom Ende her zu begreifen“, dies sei eine der Stärken der Ausstellung.

„Wir sind stolz, dass wir mit Bazon Brock einen international bekannten Künstler und Kunsttheoretiker gewinnen konnten“, freut sich Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn. „Seine aktuelle Arbeit ist eine erhellende und inspirierende Ergänzung für die Besucherinnen und Besucher der CREDO-Ausstellung, die zugleich viele Aspekte der Schau aufgreift und weiterdenkt.“ Vermittelt wurde der Kontakt zum Künstler von Wilhelm Peters von der Glasmalerei Peters GmbH Paderborn.

Die Videoinstallation ist bis zum Ende der CREDO-Ausstellung (3. November) im Seminarraum des Diözesanmuseums zu sehen. Der Eintritt ist frei. Ein Begleitheft ist für 4 EUR an der Museumskasse erhältlich.

Hintergrund

Bazon Brock ist emeritierter Professor u. a. am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal. Er entwickelte die Methode des »Action Teaching«, bei dem der Seminarraum zur Bühne für Selbst- und Fremdinszenierungen wird. Von 1968 bis 1992 führte er in Kassel die von ihm begründeten documenta-Besucherschulen durch. Von 2010 bis 2013 leitete er das Studienangebot „Der professionalisierte Bürger“ an der HfG Karlsruhe. Er führte rund 2500 Veranstaltungen und Aktionslehrstücke durch, zuletzt „Lustmarsch durchs Theoriegelände“ (2006, in elf Museen), und mehrere Gemeinschaftsaktionen beispielsweise mit Joseph Beuys, Nam June Paik, Friedensreich Hundertwasser und Wolf Vostell.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

.
  • RSS
  • Facebook
  • Twitter