August von Goethe kommt nach Paderborn

Das Marmormedaillon befindet sich in der Gartenloggia der Villa Almone, der Residenz der Deutschen Botschafter in Italien. Nun wird das bedeutende Kunstwerk des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen abgenommen und restauriert. Danach wird es erstmals Rom verlassen und ist ab dem 31. März 2017 in der großen kunst- und kulturhistorischen Sonderausstellung „WUNDER ROMs im Blick des Nordens“ im Diözesanmuseum Paderborn zu sehen. Anhand hochkarätiger Exponate geht die Schau der ungebrochenen Faszination der Tiberstadt durch die Jahrhunderte nach.

Dr. Susanne Marianne Wasum-Rainer, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Italien und San Marino und Restaurator Kristian Schneider vor dem Medaillon von August von Goethe

„Das schöne Medaillon war eine berührende Geste tiefer Anerkennung und Freundschaft für August. Für mich ist es dies und zugleich auch ein Symbol für den Sehnsuchtsort, der Italien für uns Deutsche immer war und ist. Möge es dies auch in der großen Paderborner Ausstellung spürbar machen, sagt Dr. Susanne Marianne Wasum-Rainer, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Italien und San Marino.

Das Profilbild, das der dänische Bildhauer Bertel Thorvaldsen einst auf eigenen Wunsch anfertigte, befand sich ursprünglich auf dem Grabstein von August Goethe auf dem protestantischen Friedhof in Rom. Es wurde dort aus Sicherheitsgründen durch einen Bronzeabguss ersetzt.  Auf dem protestantischen Friedhof wurden offiziell seit 1821 verstorbene Reisende zur letzten Ruhe gebettet, die nicht katholisch waren. Um 1830 begab sich August auf seine persönliche Italienreise, nicht zuletzt auch, um dem Hofleben in Weimar und dem dominanten Vater zu entkommen. Kurz nach der Ankunft in Rom hatte er sich bereits in die deutschen Künstlerkreise eingefunden. Doch schon bald erkrankte er an einem Fieber und verstarb. Auf seinem Grabstein stehen noch heute die von seinem Vater Johann Wolfgang verfassten Worte: „Goethes Sohn dem Vater vorangehend gestorben im 40. Jahr 1830“.

Die Deutsche Botschaft muss während der Ausstellungsdauer jedoch nicht auf das berühmte Porträt verzichten. Kristian Schneider, seit 1990 Restaurator in Rom, wird das Original nach der Abnahme reinigen und ebenso einen Abguss erstellen. Dieser wird dann mittels Halterungen an der Wand angebracht. „Derzeit ist das Medaillon fest in der Wand vermauert. Das hat eine Ausleihe bisher schwergemacht“, so Schneider. Die Ausstellungsmacher in Paderborn freuen sich schon sehr auf das Medaillon. „Es ist uns eine besondere Ehre, dieses herausragende Stück erstmals außerhalb von Rom zeigen zu können. Mit diesem Relief erzählen wir eine ganz besondere römische Geschichte“, sagt Prof. Dr. Christoph Stiegemann, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn.

www.wunder-roms.de

Pressekontakt:

Mirjam Flender
Pressebüro „Diözesanmuseum Paderborn“
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